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Vorbemerkungen

Wie in der Druckausgabe angekündigt, werden von nun an und regelmäßig die Zusatztexte zur Carimbologia do Brasil Clássico ab Buchstabe Q hier veröffentlicht. Darüber hinaus werden eventuelle Korrekturen und Anmerkungen der Leser*innen gerne und dankbar entgegen genommen, hier oder unter der E-Mailadresse jm-karlsruhe@web.de

erhältlich über arge-brasilien.de, filatelicajunges.com.br oder eBay

Was man im Buch findet. Das Wichtigste steht bereits auf Seiten 6-7 (Vorwort und Zur Benutzung). Jeder Postort bzw. jedes Bahnhofspostamt wird mit Angaben zur Provinz und einem 7-stelligen Code aufgelistet. Dessen ersten drei Buchstaben weisen auf die Anfangsbuchstaben des Orts und auf dessen kaiserliche Provinz hin, die folgenden Ziffer sind i.d.R. die jeweiligen Endziffer des Postamtes, wie im Verzeichnis der Postämter im Kaiserreich Brasilien (Wittig & Wittig, Lohmar 2016) notiert. Der gleiche Code wird für die einzelnen Abstempelungen angewendet, diesmal von Kleinbuchstaben (a, b, c, etc.) ergänzt. Dadurch wird jeder einzelne Stempelcode sowohl der Provinz als auch dem Wittig’schen Verzeichnis direkt zugeordnet.

Außer dem Orts- bzw. Bahnhofsnamen sind gelegentlich Alternativnamen zu finden, die jeweils im Laufe der Zeit gebraucht wurden, sowie ggf. direkte Referenzen an Koesters damalige Eintragungen unter diesen Namen.

Jeder Ort/Bahnhof wird nach Möglichkeit von einem kleinen Kartenabschnitt begleitet und durch eine Markierung (meistens eine rote Ellipse) kenntlich gemacht.

Die Markenabbildungen wurden fast immer digital manipuliert, um den jeweiligen Stempel besser zeigen zu können. Also können Farben, Größe usw. vom Original abweichen. Dafür sollte der Stempel möglichst originalgetreu abgebildet werden, auch wenn die Bildqualität oder -auflösung der Vorlage nicht immer ideal war.

Von jedem Stempelbild sind auch Quelle (abgekürzt) und Anwendungszeitraum angegeben. Letztere Angaben basieren auf die Archivbilder und sind je genauer desto mehr Exemplare desselben Stempels dort vorhanden sind. Fehlende Daten werden gelegentlich durch abgekürzte Mutmaßungen (?, ff, etc.) ersetzt.

Die für jeden Ort/Bahnhof relevantesten Geschichtsdaten werden chronologisch aufgelistet und – wenn möglich – von den entsprechenden Gesetzestexten (Alvará, Lei, Decreto-Lei, etc.) begleitet. Diese sind wichtig, um z.B. den Ortsnamen mit dem Stempeldatum zu prüfen. Gleichwohl muss daran erinnert werden, dass sich einen Namenwechsel oft relativ spät im Ortsstempel wiederfindet, gerade in kleineren Ortschaften. Auch können Monate bis Jahre verstreichen, bis ein neu gegründetes Postamt in Betrieb genommen wird.

Die Angaben zur Einwohnerzahl einer Gemeinde basieren meistens auf den Guia Postal do Império (Kaiserlichen Postführer) aus 1880 und auf den Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística (IBGE, die bras. Statistikbehörde), was die geschätzten Zahlen für 2018 bzw. 2019 betrifft. Der Zahlenvergleich zeigt einerseits, wie in der Zwischenzeit eine bestimmte Ortschaft gewachsen – oder auch mal geschrumpft – ist. Andererseits bekommt der Leser indirekt einen Hinweis auf die Seltenheit eines Stempels. Denn wie wir wissen, ca. 80 Prozent der Brasilianer im 19. Jahrhundert konnten weder lesen noch schreiben (und auf dem Land war die Analphabetismus-Quote noch höher). Da wird z.B. ein Stempel aus einer Gemeinde mit 1000 Seelen mit Sicherheit selten sein.

Was man im Buch nicht findet: es gibt keine Angaben über Farben, „stumme“ Stempel, Katalog- oder Auktionspreise. Diese Angaben können sporadisch hier erscheinen, wenn sie relevant und auch prüfbar sind. Die Farbenproblematik spiegelt sich in der Abwesenheit einer verlässlichen internationalen Norm für die Farbenbeschreibung in der Philatelie. Darüber hinaus ist es heute ein Kinderspiel, die Farbe einer Briefmarke oder eines Stempels für ein Internetbild zu manipulieren.

Danksagungen. Dieses Werk wäre ohne das Beispiel seines Initiators Reinhold Koester (1911-1994) nicht möglich gewesen. Koester fing 1961 in den Seiten des Brasil Filatélico (Clube Filatélico do Brasil, Rio de Janeiro) an, die Stempel des brasilianischen Kaiserreichs systematisch zu durchleuchten, und starb nach Beendigung von Buchstabe P. Vorher hatte Francisco da Nova Monteiro (Sociedade Philatelica Paulista) seine Liste der Postagenturen und –verwaltungen (Administrações e Agencias Postaes do Brasil Império) auch im Brasil Filatélico (1934-5) veröffentlicht. In 1937 erschien der Catálogo de Carimbos (Brasil-Império) von Paulo Ayres, der Klassiker unter den Stempelkatalogen des kaiserlichen Brasiliens. Nach Koesters Carimbologia veröffentlichte Karlheinz Wittig sein Verzeichnis der Postagenturen im Kaiserreich Brasilien (1. Auflage 1983, mit D. Kerkhoff, 2. Auflage 2016, mit B. Wittig, ArGe-Brasilien im BDPh). Und die Postgeschichte des Staates Minas Gerais bekam ihr Denkmal in 1997 mit der História Postal de Minas Gerais, von José Francisco de Paula Sobrinho.

Neben der oben genannten Pionierarbeit sollen zwei Internetseiten nicht unerwähnt bleiben, die ständig aktuell und kostenlos große Hilfe für unser Vorhaben leisten: Paulo Novaes’ akribische Forschung über die Postagenturen in den Staaten Rio de Janeiro und Espírito Santo (agenciaspostais.com.br) und Ralph M. Giesbrechts detailreiche Studie über die Eisenbahnnetze Brasiliens. (estacoesferroviarias.com.br)

Jenseits der Fachliteratur wurde die Erstellung einer Bilderdatenbank unerlässlich, und hier ist der Verfasser zu großem Dank an alle verpflichtet, die sich daran beteiligt haben. An erster Stelle – und stellvertretend für alle andere – sei hier der Philatelist und Händler José A. Junges genannt. Junges erwarb den Markennachlass Koesters, vergrößerte ihn durch unzählige, in über 30-jähriger Fleißarbeit gesammelte Stücke und stellte alle Abbildungen für dieses Projekt zur Verfügung. Er hat also gute Gründe, um sich wie ein Co-Autor des Werks zu fühlen. Aber auch andere Philatelisten aus vielen Ländern haben mit ihren Bildern, Korrekturen, Vorschlägen und auch mit Kritik zur Verbesserung beigetragen. In einer Zeit, in der die Philatelie zu einer Nische für wenige kultur- und geschichtsinteressierten Menschen zu werden scheint, hält gerade solches Engagement diese Geschichte und Kultur lebendig. Dafür gebührt ein herzliches Dankeschön.

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Carimbologia Q-R

Preliminary Notes

As stated in the print edition, additional texts to the Carimbologia do Brasil Clássico start hier and now. Readers’ remarks and corrections are welcome and can be posted either here or sent to jm-karlsruhe@web.de

available in Germany (arge-brasilien.de), Brazil (filatelicajunges.com.br) or on e-Bay

What you will find in the book: All important data are on pp. 8-9 (Preface and How to use). Every post office has a code with three letters and four numbers. The first letter refers to the topical name; the other two indicate the Brazilian province. The four numbers are identical with the last ones from the respective P.O. in List of the Postal Cancels in the Empire of Brazil (Wittig & Wittig, Lohmar, 2016). The same P.O. code is applied for its cancels, now completed by small letters (a, b, c, etc.). Thus, every cancel code refers directly to its province and to Wittig’s List as well.

Eventually, there are alternative local or train station names. Whenever Koester had already mentioned them, a respective marking is given.

Whenever possible, a small map was provided to every town or train station. This is generally marked in it with a red ellipse.

Almost all stamp pictures were digitally altered, to enable more clarity on their cancels. Their colours, size etc. can therefore differ from the original. Cancels, on the other hand, are supposed to be as close to the original as possible, even in cases when the original picture quality was unsatisfying.

Every cancel picture has its source (abbreviated) and applying time. Many examples of the same cancel in the archives mean a greater exactness in stating the period of use. Few examples of a cancel may lead to an estimation about it (abbreviated through “?, ff”, etc.).

Historical data is chronologically listed for all towns and train stations, occasionally accompanied by legal information (Alvará, Lei, Decreto-Lei, etc.). Thus, a cancel date can be checked with the town status. But please note: local names could switch in their cancels with considerable delay, especially in small villages. Moreover, it could take months or even years from creating to operating a P.O.

The main sources for population data are the Guia Postal do Império (1880) and the IBGE (Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística), with estimated nunbers for 2018 and 2019. The reader can see how much a town population has increased (or decreased) between the given years. Besides, these numbers can give some hint about the rarity of a cancel. Considering that ca. 80 % of the population in imperial Brazil was illiterate – and in rural regions even more than that – a cancel from a village of about 1.000 people must have been seldom.

What you won’t find in the book. There is nothing about cancel colours, catalogue and action prices, or mute cancels. Such information can occasionally occur, provided they are relevant and confirmed. The main obstacle on describing colours in philately is the lack of international definition norms. In addition, modern technical devices have made the manipulation of colours quite easy, especially in the internet.

Acknowledgements. This work would not have been possible without the achievement of Reinhold Koester (1911-1994), who from 1961 on has published his research on cancels of Imperial Brazil in the Brasil Filatélico magazine (Clube Filatélico do Brasil, Rio de Janeiro) until initial P was completed.

Francisco da Nova Monteiro had already published his Brazilian P.O-list in the same magazine (Administrações e Agências Postaes do Brasil Império, 1934-5). In 1937, the Catálogo de Carimbos (Brasil-Império) by Paulo Ayres was released, and has become an indispensable work on this theme since then.

After Koester’s Carimbologia, Karlheinz Wittig published his List of the Postal Agencies in the Empire of Brazil with Dieter Kerkhoff in 1983 and republished it in 2016 (with Barbara Wittig, ArGe Brasilien). Finally, José Francisco de Paula Sobrinho wrote a splendid work about the História Postal de Minas Gerais in 1997.

Two outstanding websites must be mentioned, which both provided valuable help for this project through their actuality and accuracy: Paulo Novaes’s site on the postal agencies in the States of Rio de Janeiro and Espírito Santo (agenciaspostais.com.br) and Ralph M. Giesbrecht’s, on the Brazilian railroads (estacoesferroviarias.com.br).

It was absolutely necessary to build a data bank with Brazilian imperial cancels, so must the author express his gratefulness to the suppliers of these images. First of all and in name of his colleagues, to the philatelist and stamp dealer José A. Junges, who has made scans of his long-term collection of imperial cancels available. This was partly originated from the Koester estate. Junges has good reasons to see himself as a co-author of this work.

Furthermore, many other philatelists from several countries have contributed with images, suggestions, corrections and also critics. At a time when philately seems to become a niche for a minority interested in History and Culture, such an engagement will keep this History and Culture alive. The author is therefore deeply indebted to all of them.

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Carimbologia Q-R

Abouts

Hello everybody. Here is Fabio Monteiro, a Brazilian/German philatelist who once upon a time decided to finish Reinhold Koesters (1911-1994) Carimbologia do Brasil Clássico, an extensive study upon early Brazilian post offices and their cancels. This study in alphabetical order was stopped in 1992, at the end of letter P. In October 2019, a 92 page booklet was released with the post offices of Imperial Brazil with letters Q and R. And here is the site where additional information, comments and corrections about it are to be found.

Aachen, Fall/Herbst 1981

Guten Tag. Hier schreibt Fabio Monteiro, ein deutsch-brasilianischer Philatelist der sich eines Tages entschloss, die Carimbologia do Brasil Clássico von Reinhold Koester (1911-1994) zu Ende zu bringen. Diese ausführliche Studie über brasilianische Postämter und ihre Abstempelungen zwischen 1798 und 1899 wurde in 1992 abgebrochen, am Ende von Buchstabe P. In Oktober 2019 wurde die Reihe fortgesetzt, mit einem 92-seitigen Büchlein über die Postämter im kaiserlichen Brasilien, die mit Q und R beginnen. In diesem Blog findet man die Ergänzungstexte, Kommentare und Korrekturen dazu.